Der MEYER WERFT Konzern stellt auf der Seatrade Cruise Global in Miami/USA mit dem Projekt „Vision“ das weltweit erste zu 100 % batterieelektrisch betriebene Kreuzfahrtschiff mit einer Größe von mehr als 80.000 BRZ vor. Die Konzeptstudie zeigt, wie nachhaltige Innovationen die Zukunft der Kreuzfahrt neu definieren können.
„Wir haben überlegt, wie wir mit Innovationen CO2 reduzieren und zur Dekarbonisierung beitragen können. Und das nicht erst in 50 Jahren. Wir ermöglichen eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen um bis zu 95%”, erläutert Tim Krug von der MEYER WERFT Concept Development Group. Die MEYER WERFT stellt jedes Jahr auf der weltgrößten Fachmesse Seatrade Cruise Global ein komplett neues und innovatives Konzept vor und unterstreicht damit seinen Anspruch als Technologieführer.
Johannes Bade, verantwortlich bei der MEYER WERFT für das Entwicklungsprogramm hinter „Vision”, ergänzt: „Mit batterieelektrischen Kreuzfahrtschiffen bieten wir ein wettbewerbsfähiges Produkt an, welches auf vorhandene Technologien setzt. Wir eröffnen unseren Kunden völlig neue Wege für langfristiges und nachhaltiges Wirtschaften”. Project „Vision” ist 275 Meter lang, bietet Platz für 1.856 Passagiere und ist rund 82.000 BRZ groß.
Das Batteriesystem kommt von „Corvus Energy“ aus Norwegen. „Wir freuen uns, mit Corvus Energy den Pionier im Bereich sicherer und zuverlässiger Batteriesysteme für Schiffe an unserer Seite zu haben, der mehr als die Hälfte der weltweiten Hybrid- und vollelektrischen Seeschiffe ausgerüstet hat. Die Technik ist verfügbar. Bei Bestellung noch in diesem Jahr könnten wir bereits 2031 ausliefern”, sagt Thomas Weigend, Chief Sales Officer der MEYER WERFT.
„Unsere enge Zusammenarbeit mit der MEYER WERFT und die Kombination unserer Kompetenzen, die wir mit der ‚Vision‘ unter Beweis gestellt haben, sind die natürliche Weiterentwicklung der Batterietechnologie – und ein Meilenstein für die Kreuzfahrtbranche. Der Schritt hin zu vollelektrischen Kreuzfahrtschiffen zeigt der Welt, dass die Technologie sicher und ausgereift ist und bereit, neue Maßstäbe zu setzen“, fügt Fredrik Witte, CEO von Corvus Energy, hinzu.
Mit dem Batteriesystem kann ein Großteil der üblichen europäischen Kreuzfahrtrouten gefahren werden, beispielsweise die Stecke von Barcelona nach Civitavecchia in der Nähe von Rom. Bis 2030 werden europaweit gut einhundert Häfen die notwendige Ladeinfrastruktur zur Verfügung stellen. Auf Wunsch können die Schiffe auch als Hybride mit kleinen Generatoren gebaut werden, was beispielsweise Atlantiküberquerungen ermöglichen würde.
Project „Vision” zeigt darüber hinaus neue architektonische Ansätze für das Design von Kreuzfahrtschiffen: auf den von unten nach oben durch das Schiff verlaufenden Schacht für die Abgasbehandlung und den Schornstein, der Teile des Sonnendecks einnimmt, kann vollständig verzichtet werden. So wird ein neues Sonnendeck-Design mit uneingeschränkter Aussicht möglich. Die „Vision” Konzeptstudie ist als Allwetterschiff gedacht und verfügt über vollverglaste, wettergeschützte Bereiche. So wurde der typische Aqua Park als Innenbereich am Heck angeordnet, wodurch er durchgängig nutzbar ist. Und noch ein ganz großes Plus durch die rein batterieelektrische Energieversorgung und den Entfall der Hauptmaschinen: der Komfort an Bord wird spürbar besser, es wird noch weniger Motorengeräusche und Vibrationen auf der „Vision” geben.
Fotos: Die Konzeptstudie "Vision" wird auf der Seatrade Cruise Global vom MEYER WERFT Konzern vorgestellt.