23.12.2005

Bilanz zum Jahreswechsel 2005/2006

23.12.2005 –

Der Schiffbau boomt, aber Überkapazitäten folgen

Papenburg, 23.12.2005 - Das zu Ende gehende Jahr 2005 war für die MEYER WERFT erfolgreich. Die positive Auftragslage gibt Anlass zur Zuversicht. Erst vor zehn Tagen wurde ein Auftrag zum Bau von zwei weiteren Gastankern mit 17.000 m³ für die norwegische Reederei Solvang unterzeichnet. Dieser Auftraggeber hatte bereits im Sommer zwei Neubauten bestellt. Außerdem konnten in diesem Jahr Aufträge von AIDA Cruises, Celebrity Cruises und Norwegian Cruise Line gewonnen werden. Der Auftragsbestand der Werft hat mit sieben Kreuzfahrtschiffen und vier Gastankern einen Wert von 2,7 Mrd. €.

Diese Auftragslage sorgt für eine volle Auslastung der 2200 Beschäftigten bis 2008. Vor dem Hintergrund dieser Perspektiven hat sich die MEYER WERFT entschieden in technologisch-hochwertigen Bereichen weiteres Personal einzustellen. 100 neue Arbeitsplätze werden bis zum Frühjahr 2006 geschaffen. Außerdem erfolgen gezielte Investitionen. Mehr als 5 Mio. € wurden bereits 2005 in ein neues Rohrbearbeitungszentrum investiert. Auch hiermit wird die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens weiter verbessert und die Produktivität gesteigert. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen wie den anhaltend hohen Stahlpreisen, gestiegenen Energiekosten und einem schwachen US-Dollar sieht die Werft gute Zukunftschancen. Diese Zuversicht drückt sich auch in einer Ausweitung der Ausbildung aus. Jährlich werden zukünftig 60 statt bisher 45 Auszubildende eingestellt.

Ablieferungen 2005 Im Verlauf des ersten Halbjahres 2005 konnte die Werft gleich vier innovative Containerschiffe (1600-TEU) an Hansa Hamburg Shipping International abliefern. Am 4. August wurde die Norwegian Jewel an die Reederei NCL übergeben.

Schiffe im Bau Im Bau befindet sich die Pride of Hawaii (93.500 BRZ), die im April 2006 abgeliefert wird. Im Herbst 2006 folgt ein noch namenloses Schwesterschiff der Norwegian Jewel. Die drei neuen Clubschiffe für AIDA Cruises mit je 68.500 BRZ werden in den Jahren 2007, 2008 und 2009 jeweils im Frühjahr abgeliefert. Nach den beiden NCL-Neubauten 2006 wird das vierte Schiff dieser Serie im Herbst 2007 fertig gestellt. Neben den AIDA-Neubauten folgt im Herbst 2008 das erste Post-PanMax-Schiff für die amerikanische Reederei Celebrity Cruises. Darüber hinaus werden in der zweiten Hälfte der Jahre 2007 und 2008 jeweils zwei Gastanker abgeliefert.

Perspektiven der Branche Mittel- und langfristig sieht die Geschäftsführung der Werft jedoch große Überkapazitäten auf den weltweiten Schiffbau zukommen. Der europäische Schiffbau bereitet sich auf wachsende Konkurrenz aus Asien vor. "Jetzt muss die Branche die aktuell positive Marktlage nutzen, um sich auf die Zeit danach vorzubereiten. Europas Werften sind derzeit zwar gut ausgelastet. Vor allem chinesische Werften bauen ihre Kapazitäten gewaltig aus. Wir hatten in den 60er und 70er Jahren die Welle aus Japan und in den 90er Jahren die Welle aus Korea», so Bernard Meyer, der zurzeit der Vorsitzende des deutschen Verbandes für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) ist. «Was nun auf uns zurollt, ist ein Tsunami aus China.» Die neue Herausforderung gilt es zu bestehen. Hierzu bedarf es aber erheblicher Anstrengungen.

Foto: Pride of Hawaii im Baudock

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