Herausforderung Ems

Die MEYER WERFT hat ein starkes Interesse an einer intakten, schlickfreien und befahrbaren Wasserstraße Ems. Mit der wachsenden wirtschaftlichen Entwicklung im Nordwesten Deutschlands Anfang der 90er Jahre haben sich auch die Anforderungen an die Ems, genauer gesagt an die Unterems, verändert. So wurde bereits 1982 im Bundesverkehrswegeplan der weitere Ausbau beschlossen mit dem Ziel, die Seehäfen Papenburg und Leer für den wachsenden Schiffsverkehr zu rüsten. Küstenmotorschiffe sollten die Ems bis Papenburg im sog. „Begegnungsverkehr“ befahren können. Die Werften an der Ems – damals vor allem die Jansen-Werft und die Sürken-Werft in Leer und Papenburg – drängten darauf, die rasante Entwicklung des Tiefgangs ihrer Schiffsneubauten zu berücksichtigen. So wurde für alle Werften ein Status für Sonderüberführungen auf der Ems festgelegt. Nach anfänglichen Schiffstiefgängen von 5,70 Meter bereits im Jahr 1991 wurde die Fahrrinnensohle für 6,30 Meter tiefgehende Schiffe ausgelegt. Schiffsneubauten der Werften an der Ems sollten darüber hinaus in einer Zwei-Tidenfahrt die Seeschifffahrtstraße nutzen.

Ende 1991 hatte die MEYER WERFT, nach Rücksprache mit der niedersächsischen Landesregierung, den Auftrag für die ORIANA angenommen, für den die Ems bedarfsweise an das 7,30 m tiefgehende Schiff angepasst wurde. Bei dieser Vertiefungsmaßnahme wurden umfangreiche Planfeststellungsverfahren seitens der Behörden durchgeführt, um die wasserbaulichen, hydrologischen, biologischen und ökologischen Auswirkungen der Vertiefung zu untersuchen, damit die Maßnahme soweit wie möglich umweltverträglich gestaltet werden konnte. Mit dem Auftrag zum Bau der Oriana (1993 bis 1995) wurde die Beschäftigung auf der Werft gesichert, ausgeweitet und ein weiterer Grundstein für den Erfolg im Kreuzfahrtgeschäft gelegt.

Das Emssperrwerk in Gandersum wurde von 1998-2002 gebaut. Es dient sowohl dem Sturmflutschutz als auch dem Aufstau des Flusses zur Unterstützung von Überführungen von Schiffen mit einem Tiefgang bis zu 8,50 Meter. Weitere Informationen zum Emssperrwerk finden Sie auf den Seiten des NLWKN .

Der staatliche Umweltschutz, organisiert durch das Land Niedersachsen und die Bundesregierung, ist seit vielen Jahren die entscheidende Instanz, wenn es um Umweltfragen an der Ems geht. Viele Maßnahmen wurden in Angriff genommen, um dem Schlickproblem Herr zu werden. Leider gelang dies bisher nicht mit dem gewünschten Erfolg. Ab dem Jahr 2008 wurde der Dialog mit den Umweltverbänden BUND, NABU und WWF deutlich intensiviert, um zu konstruktiven Lösungen in Sachen Ems zu kommen. Im Sommer 2009 wurde unter Moderation der damaligen Landesregierung ein wichtiger Schritt in diese Richtung unternommen und gemeinsame Vorgehensweisen zur Verbesserung der Situation an der Ems vereinbart.

Die MEYER WERFT und die Umweltverbände einigten sich einvernehmlich auf eine klare Regelung zum Thema Vogelschutz und Stauzeiten für das Sperrwerk. Der Sommerstau wurde entsprechend für den Zeitraum 1. April bis 15. Juli mit einer Stauhöhe von 1,90 m am Pegel Gandersum festgelegt. Zwischen dem 16. Juli bis zum 31. März sind Schiffsüberführungen bis zu einer Stauhöhe von 2,70 m über NN zulässig. Darüber hinaus wurden weitere Kompensationsmaßnahmen zum Schutz für bestimmte Vogelarten vereinbart. Gleichzeitig wurden zusätzliche Thematiken für neue Projektgruppen definiert. In diesen Arbeitsgruppen sollen Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässergüte der Ems erarbeitet werden. Diese Aufgabe beinhaltet eine Reduzierung des Schlicks und somit deutlich bessere Sauerstoffwerte im Fluss. Die Ergebnisse dieser Arbeitsgruppe mit der Umsetzung in entsprechende Planfeststellungsbeschlüsse sollen schnellstmöglich erarbeitet und umgesetzt werden.

Eine ökologisch intakte Ems ist für unseren Erfolg und deren Planungssicherheit überlebenswichtig. Durch den Schlick entstehen kostenintensive Probleme für die Werft. Die MEYER WERFT sieht den Handlungsbedarf und hat die Verantwortung gegenüber der Umwelt auch in ihren Unternehmensgrundsätzen verankert. Dort heißt es: „Wir haben eine Verantwortung gegenüber der Umwelt, unserer Region und den nachfolgenden Generationen. […] Wir treten für einen nachhaltigen Umweltschutz bei der Entwicklung und Herstellung unserer Schiffe ein. […] Durch ständige Verbesserung unserer Produkte und Fertigungsabläufe werden wir unserer Verantwortung gegenüber der Umwelt gerecht.“ Für diese Ziele werden wir uns auch zukünftig nach Kräften einsetzen.