Star Cruises will zwei Schiffe bauen

zurück zur Übersicht

Papenburg, 30.07.1999 - Die Kreuzfahrtreederei Star Cruises (Malaysia) veröffentlichte gestern, dass sie am Montag mit der MEYER WERFT eine Absichtserklärung (Letter of Intent) über den Bau eines fünften und sechsten Kreuzfahrtschiffes unterschreiben wird. Die Unterzeichnung wird Montag am Rande der Ablieferung der Super Star Virgo erfolgen. Diese Information veröffentliche Star Cruises jetzt bei der Bekanntgabe ihrer aktuellen Umsatzzahlen.

Die asiatische Reederei erzielte im letzten Halbjahr einen Umsatz von 168,2 Mio. $ und einen Gewinn von 36,6 Mio. $. Dies entspricht einer Umsatzsteigerung von 43% im Vergleich zum Vorjahr. Die beiden neuen 112.000-BRZ große Schiffe der "Sagittarius-Klasse" sollen im Ende 2003 bzw. Anfang 2005 abgeliefert werden. Es handelt sich um zwei Kreuzfahrtschiffe mit einer Länge über alles von 316 Metern und einer Breite von 35,5 Metern. Die Länge des Schiffes zwischen den Loten beträgt 288 Metern. Diese Länge ist maßgeblich für die Ems-Überführung. Es wurden bereits erfolgreiche Simulationsversuche mit dieser Schiffsgröße beim "Maritime Research Institute Netherlands" in Wageningen durchgeführt.

Diese Luxusliner bedeuten eine neue Dimension für den Schiffbau und die Kreuzfahrtindustrie. In 1.500 Kabinen können 3.200 Passagiere untergebracht werden. Weiterhin wird das Schiff viele technische Innovationen, innenarchitektonische Neuheiten und ein völlig neuartiges Design aufweisen. Die Geschwindigkeit des neuen Mega-Kreuzliners beträgt 25 Knoten.

Trotz starker internationaler Anbieter, z.B. Mitsubishi (Japan) oder Samsung (Korea) will die südostasiatische Reederei Star Cruises die Schiffe von der MEYER WERFT bauen lassen. Star Cruises möchte seine Flotte weiter ausbauen und dabei alle Schiffsgrößen anbieten. Die Reederei sieht sich dabei im Wettbewerb mit den drei großen Reedereien im Markt - Carnival, Royal Caribbean International und P&O/Princess Cruises verfügen über Schiffe der 100.000-BRZ-Klasse. Aufgrund der Qualität, der hohen Technologie und der Termintreue der MEYER WERFT, will der Kunde das Schiff im Emsland bestellen und nicht in Fernost. Die Werft hat sehr viel Arbeit und Kraft darauf verwendet, dem Kunden erstklassige Entwürfe und Konditionen zu bieten.

Für die MEYER WERFT ist es strategisch sehr wichtig, in allen wichtigen Märkten vertreten zu sein, d.h. in der Karibik, in Europa und in Asien. Ein Vorbehalt für den Auftrag zum Neubau der Schiffe ist die Fertigstellung des Ems-Sperrwerkes. Ohne Sperrwerk können die Schiffe nicht sicher in die Nordsee überführt werden. Die Schiffe werden einen Tiefgang bei der Überführung von ca. 7,70 Meter haben. Ein weiterer Vorteil durch das Sperrwerk liegt darin, dass im Staufall keine Strömung und Tide in die Ems herrscht. Mit dem "ruhigen" Wasser sind auch die Kurven des Flusses problemlos passierbar. Damit wird deutlich, welche Bedeutung einer schnellen Entscheidung über das Sperrwerk zukommt: die Reederei muss in Kürze wissen, ob sie diese Schiffe aus Papenburg bekommt. "Der Vorvertrag für diese zwei Neubauten, hat für die Werft und für den Markt Signalwirkung", so Geschäftsführer Bernard Meyer. Dies vor allem angesichts der jüngsten Auftragsvergabe der britischen Reederei P&O, bei der die MEYER WERFT nicht berücksichtigt worden ist.

Die MEYER WERFT hätte mit den neuen Aufträgen für die Sagittarius-Klasse Arbeit bis zum Jahr 2005. Damit wäre das Unternehmen die bestausgelastete Werft in Europa und positioniert sich als mittelständisches Privatunternehmen hervorragend gegen große internationale Konzerne und Staatswerften.