Nach 100 Jahren wieder im Einsatz

Vor knapp hundert Jahren war die MEYER WERFT geprägt durch die Rezession im Schiffbau. Es waren sorgenvolle Jahre für die Werft. 1908 und 1909 beschäftigte der damalige Geschäftsführer Joseph Lambert Meyer seine Arbeitnehmer mit dem Bau der neuen Kesselschmiede. Er nahm aber auch Aufträge herein, die kaum Gewinn boten.

In diese Zeit fiel der Bau des Doppelschrauben-Passagierdampfers mit der Baunummer S. 240. Es war die Prinz Heinrich, die von der Borkumer Kleinbahn & Dampfschifffahrts AG in Auftrag gegeben worden war. Trotz der kritischen Situation konnte die Prinz Heinrich im Jahr 1909 fertiggestellt werden, um schließlich als Fracht- und Fahrgastschiff zwischen Emden und Borkum zu verkehren. Doch das war erst der Anfang ihrer Reise.

Während der Weltkriege diente sie als Versorgerschiff. Im Jahr 1953 wurde der Passagierdampfer in „Hessen“ umbenannt und fünf Jahre später von der Reederei AG-Ems zum Motorschiff umgebaut. Nach einigen Jahren im Dienst, wurde sie 1970 als Museumsschiff „Mississippi“ für eine Überseeausstellung nach Lübeck verkauft, die wiederum nach Warnemünde verkauft wurde. Über die Jahre verschlechterte sich der Zustand des Dampfers zusehends.

Erst im Jahr 2003 sorgte der neu gegründete Verein „Traditionsschiff Prinz Heinrich e.V.“ für die Rückkehr des Schiffes in seine Heimatregion. Schon ein Jahr später erkannte das Landesamt für Denkmalpflege in Hannover die Prinz Heinrich als Bewegliches Denkmal auf dem Wasser an. Zudem wurde sie als letzte Zeitzeugin der Epoche des Kaiserreiches und als der letzte Deutsche Fracht-, Post- und Passagierdampfer bezeichnet, den es unter allen Umständen zu erhalten gilt.

Ende Januar 2008 war die Prinz Heinrich bereits soweit restauriert, dass sie im Leeraner Hafen wieder zu Wasser gelassen werden konnte. Bis heute arbeiten die freiwilligen Helfer an der Restauration des Schiffes. Im Frühjahr 2012 wurden die Dampfmaschinen wieder eingesetzt. Nun geht das Traditionsschiff mit großen Schritten seiner Fertigstellung entgegen.

Nach ihrer Fertigstellung, soll das Schiff wieder auf Fahrt gehen und seine traditionelle Route zur Insel Borkum und dem niederländischen Delfzijl aufnehmen.

Weitere Informationen erhalten Sie hier: Traditionsschiff Prinz Heinrich e.V.