Ein Riese zwischen den Kriegen

Mit 72,90 Meter Länge und einer Breite von 10,45 Metern war der Frachtdampfer Durazzo das größte Schiff, das bis 1951 Papenburg verließ.

Nach dem Ersten Weltkrieg ging es in der jungen deutschen Republik nur langsam wieder aufwärts. Auf der MEYER WERFT war man daher froh, als 1921 ein deutscher Reeder einen Frachtdampfer bestellt wurde - mit 72,90 Metern Länge ein wahrer Riese.

Es gelang der Werft, die Durazzo termingerecht fertigzustellen, doch Franz Joseph Meyer hatte in diesen Monaten kaum eine ruhige Minute. Wegen der sehr kurzen Bauzeit mussten alle verfügbaren Leute auf der Werft erst zum Nieten und später zum Streichen eingesetzt werden. Dennoch konnte der 1.468-BRT-Dampfer pünktlich an die Hamburg-Amerika-Linie übergeben werden.

Die große Weltwirtschaftskrise traf Ende der zwanziger Jahre auch die MEYER WERFT hart. Um das Unternehmen zu retten, setzte Franz Joseph Meyer wieder verstärkt auf den Bau kleinerer Spezialschiffe. So schaffte er es, die Werft durch die schweren Zeiten zu bringen. Er erlebte nicht mehr, wie es seinen Söhnen Joseph-Franz und Godfried nach dem Zweiten Weltkrieg gelang, das Unternehmen zu einer international anerkannten Werft aufzubauen. Bis zum Tod von Franz Joseph Meyer im Jahr 1951 blieb die Durazzo das größte Schiff, das Papenburg verließ.