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MEYER WERFT und IG Metall schließen Haustarifvertrag zu Werkverträgen

Papenburg, 16. September 2013 - Nach Erstellung einer Sozialcharta und eines Verhaltens-kodex für Lieferanten sowie zuletzt intensiven Verhandlungen mit der Gewerkschaft und dem Betriebsrat haben die MEYER WERFT und die IG Metall Küste jetzt einen Beispiel gebenden Haustarifvertrag zu Werkverträgen abgeschlossen. Im niedersächsischen Wirtschaftsministerium trafen sich heute die Verhandlungspartner, um diesen Vertrag vorzustellen.

„Wir sind sehr froh und zufrieden mit dem Ergebnis, dass unser Haustarifvertrag zur Verbes-serung der Lebensbedingungen von Werkvertragsarbeitern beitragen wird. Zusammen mit den begleitenden Maßnahmen der Landkreise und der umliegenden Städte und Gemeinden werden so wichtige Voraussetzungen für eine angemessene Arbeits- und Wohnsituation geschaffen“, so Geschäftsführer Bernard Meyer. Die jetzt vereinbarten Regelungen zu Werkverträgen bilden zusammen mit dem „Pakt für Arbeit und Innovation“ (Februar 2013) sowie dem Standortsicherungs- und Zukunftstarifvertrag (Oktober 2012) das Papenburger Modell.

Für die MEYER WERFT ist es wichtig, auch zukünftig mit Werksverträgen ihre Schiffe produzieren zu können, denn Werkverträge bleiben ein unverzichtbarer Bestandteil beim Bau von Kreuzfahrtschiffen. „Als moderne Firma müssen wir flexibel mit den besten Firmen ihres Faches zusammenarbeiten können. Dadurch sichern wir die Arbeitsplätze unserer Stamm-mannschaft, die wir allein in diesem Jahr um 100 Mitarbeiter ausgebaut haben.“, sagt Bernard Meyer.

Der neue Haustarifvertrag beginnt am 01. Oktober 2013 und endet am 28. Februar 2015. Unter seine Regelungen fallen alle Menschen, die länger als einen Monat auf dem Gelände der MEYER WERFT in Papenburg arbeiten. Kern der Vereinbarung ist, dass die Werft alle Werkvertragsunternehmen verpflichten wird, bestimmte Mindeststandards einzuhalten. Diese Standards sind u.a.:

  • Die Einhaltung der nationalen Normen bei der Arbeitszeit
  • Der gleiche Arbeits- und Gesundheitsschutz wie bei den Stammmitarbeitern. Die Werft wird die Beschäftigten der Werkauftragsfirmen (ungeachtet der generellen Ver-antwortlichkeit der jeweiligen Unternehmen) hierüber noch intensiver informieren, übrigens in den jeweiligen Landessprachen. Dem Betriebsrat der Werft wurde für diesen Bereich ein Interventionsrecht bei Verstößen eingeräumt.
  • Die Unterbringung der Mitarbeiter von Werkauftragsfirmen muss den Zertifizierungs-richtlinien der Kommunen und Behörden entsprechen.

Weiter wurde vereinbart, dass jedem Mitarbeiter eines Werkvertragsunternehmens ein Mindestbruttolohn in Höhe von 8,50 EURO verpflichtend zusteht.

Zur verbesserten Information gehört auch, dass eine dauerhafte Beratungskapazität für Beschäftigte von Werkauftragnehmern auf der Werft eingerichtet wird. Weiterhin wird eine paritätisch besetzte Arbeitsgruppe zur Behandlung von Werkverträgen eingesetzt. Sie wird nicht nur über Beschwerden beraten, sondern auch über die Konsequenzen bei solchen Werkauftragsunternehmen, die Mindeststandards nicht einhalten oder diese ablehnen.

Das gesamte Paket des Papenburger Modell mit dem zuletzt abgeschlossenen Haustarifvertrag zu Werkverträgen ist Pionierarbeit in Deutschland.

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